Diese Metapher hab ich für mein Leben gern – und Sie sollten es auch

Christine Paulus Coaching Göttingen Metapher fürs Leben Lebensmetapher

“Coaching, Glück, Erfolg – das Leben als Projekt, warum nicht?” Verwundert blinzelte ich. Das stand da wirklich, oder? Ich rückte meine Brille zurecht, ließ meine Augen nach vorne gleiten und las die Zeile noch einmal. “Coaching, Glück, Erfolg – das Leben als Projekt, warum nicht?”. Da stand sie. Sie stand auch nicht einfach so da; die Zeile ruhte ganz selbstbewusst mitten in der E-Mail im Posteingang. Oberhalb und unterhalb gut eine Zeile Luft.

Mein Leben als Projekt?

Coaching, ja. Glück, ja. Erfolg, ja. Leben auch. Projekt? Sehe ich mein Leben als Projekt? Es hat ein Ziel, wir gehen strukturiert vor, es ist gestaltbar. Wir haben gewisse Vorgaben, innerhalb derer wir agieren. Die Einmaligkeit des Projektes und des Lebens ist unbestritten.

Ich hob meinen Blick vom Tablet und fragte mich: Soll das nun meine Sicht auf das Leben beschreiben? Die Brille sein, die ich aufsetze, wenn ich dem Leben begegne? Der Bilderrahmen, in den sich die Dinge einfügen lassen? Meine Haltung dem Leben gegenüber? Meine Lebensphilosophie? Mein Mindset?

Es machte einfach nicht Klick. Irgendwas stimmt mit der Metapher nicht. Sie beinhaltete einige sehr wichtige Aspekte, allerdings war das Bild so noch nicht stimmig.

Doch welche Metapher beschreibt meine Einstellung dem Leben gegenüber? In diesem Beitrag lade ich Sie ein, ebenfalls über Ihre Metapher fürs Leben nachzudenken. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass wir hier im Coaching-Blog mit Metaphern in Berührung kommen. Denn Metaphern spielen in meiner Arbeit oft eine Rolle.

Die Metapher im Coaching

Wir sind es gewohnt, Bilder für das zu finden, was wir erleben. Bestimmt haben Sie schon einmal einen Satz gehört oder gesagt wie “dann falle ich immer in so ein Loch”, “ich stecke irgendwie fest, bin wie blockiert” oder “als wäre alle Last von mir gefallen war ich endlich befreit”.

Metaphern helfen uns, selbst komplexe Situationen und Erlebnisse pointiert zu beschreiben. Sie beinhalten wichtige Grundprinzipien und Charakteristika dessen, was sie beschreiben. Sie verbildlichen dabei auch solche Zusammenhänge, die für uns nicht leicht zu greifen sind. Wir können demnach Dinge in Worte fassen, die manchmal nicht so einfach zu fassen sind.

So verwende ich als Musikliebhaberin und Saxophonistin in meiner Rolle als Coach meine Jazz-Metapher. Damit kann ich beschreiben, was im Coaching passiert. Denn die Musiker auf einer Jam-Session inspirieren mich in der Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten.

Auf der Bühne wirken Persönlichkeit und Integrität – genau so, wie sie auch im Coaching wirken. Sowohl auf der Jazz-Session als auch in der Coaching-Session nutzen wir unsere Fähigkeit zur Improvisation und folgen unserer Intuition. Wir erleben unseren gemeinsamen Groove und gestalten die Polaritäten und Prozesse – sowohl im Coaching als auch im Jazz.

Meine Jazz-Metapher ist für mich dabei nicht nur eine Möglichkeit auszudrücken, was im Coaching passiert, sondern gibt auch eine gute Vorstellung davon, wie ich dem Leben begegnen und welche Haltung ich in meinem Handeln kultivieren will. Sie ist auch in der Lage zu illustrieren, welche Überzeugungen und Ideen ich darüber habe, wie wir uns heutzutage in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft bewegen könnten.

Ähnlich den Bildern, mit denen wir im Alltag bereits kommunizieren, können wir also ein Bild, eine Metapher, für unser Leben finden. So können wir beschreiben, wie wir das Leben gerade sehen und wie wir es gerne sehen wollen. Zudem können wir erarbeiten, mit welcher Einstellung wir dem Leben begegnen wollen. Mit Hilfe dieser Vergegenwärtigung gelingt es uns eher dies auch umzusetzen.

Eine Metapher fürs eigene Leben zu haben, kann also sehr wertvoll für uns sein. Finden Sie nun heraus, welche Metapher Sie für Ihr Leben gern haben.

Meine Metapher fürs Leben finden

Um sich Ihrer aktuellen Metapher zu nähern, lassen Sie Ihren Blick zunächst einmal über den Verlauf Ihres Lebens ziehen. Folgende Fragen unterstützen Sie dabei.

  • Wenn ich in mich hinein spüre und an frühere Zeiten denke: Wie war mein Leben als Teenager für mich?
  • Wie erlebte ich mein Leben vor zehn oder fünf Jahren?
  • Wie hat sich mein Leben über die verschiedenen Phasen entwickelt?
  • Welche unterschiedlichen Bilder tauchen bei mir auf?

Nun haben Sie bereits Erfahrung darin, Bilder auftauchen zu lassen und für sich zu entwickeln. Gehen Sie deshalb zu den nächsten Fragen über, um Ihre Metapher entstehen zu lassen.

  • Wie erlebe ich das Leben zurzeit?
  • Was ist gerade wichtig?
  • Welches Bild kommt mir in den Sinn?
  • Ein Bild für mein aktuelles Leben – was zeigt sich?

Nun widmen Sie sich der Bedeutung Ihres gefundenen Bildes. Lassen Sie Ihr Bild auf sich wirken. Vielleicht entwickelt sich Ihre Metapher mit den folgenden Fragen noch weiter und wird konkreter.

  • Welche Metapher beschreibt mein Leben gerade am besten?
  • Welcher Aspekt meiner Persönlichkeit wird hier dabei deutlich?
  • Welche meiner Verhaltensweisen treten dabei in den Vordergrund?
  • Was sagt meine Metapher über meinen Blick auf das Leben aus?

Vielleicht ist Ihr Leben gerade wie ein Dschungel. Oder wie ein Abenteuer. Eine Achterbahnfahrt. Ein Garten. Hier ein paar Beispiele, wie das aussehen könnte.

Beispiel: Dschungel
Das Leben ist ein Dschungel. Man muss sich immer wieder aufs Neue durchschlagen, an jeder Ecke könnte ein wilder Tiger warten. Man muss überall aufpassen, es ist gefährlich und unübersichtlich. Ich muss auf dem Sprung sein, allzeit bereit.

Beispiel: Abenteuer
Das Leben ist ein Abenteuer. Es gibt so unglaublich viel zu entdecken, alles ist spannend und aufregend. Ich will es immer anders haben, ich will mich verändern, ich brauche den Kick. Alles ist ein Erlebnis.

Beispiel: Achterbahn
Das Leben ist eine Achterbahn. Mal ist alles wie im Höhenflug, es läuft, alles ist im Flow, ich bin ganz oben. Dann folgt der Looping und alles kehrt sich um. Es geht abwärts, abwärts, abwärts, tiefer, tiefer, tiefer, rasend schnell. Wo ist oben, wo ist unten. Was für eine Fahrt.

Beispiel: Garten
Das Leben ist ein Garten. Ich säe. Ganz in Ruhe, tagein und tagaus. Man kann erkennen, wie die Dinge wachsen, wie ich wachse, wie alles um mich herum wächst. Man muss es düngen, Wasser geben, die Sonne muss scheinen. Dann wächst alles. Ich schaue zu. Bald werde ich ernten. Es ist ein Wunder.

Das Leben ist ein Baum. Eine Safari. Ein Fluss. Eine Party. Ein Theaterstück. Ein Spiel. Ein Film. Ein Wanderweg. Wie Pokern. Wie Tetris. Wie Schach. Wie Bergsteigen. Haben Sie Ihr Bild gefunden? Was ist Ihre Metapher?

Beginnen Sie nun, sich mit Ihrem Bild genauer auseinanderzusetzen. Welche Rolle nehme ich im Rahmen meiner Metapher ein? Wenn mein Leben ein Abenteuer ist – bin ich auch der passende Abenteurer? Oder ist mir die Aufregung eigentlich zuviel? Wenn mein Leben eine Achterbahn ist – bin ich selbst in die Achterbahn gestiegen? Oder werde ich ohne eigenen Wunsch durch die Luft gewirbelt?

Sich die eigene Metapher vergegenwärtigt zu haben und darüber zu reflektieren ist ein Schritt zu mehr Erkenntnis über sich selbst.

Meine Metapher im Jetzt nutzen

Wir können unsere Metapher so gestalten, dass sie uns im Jetzt unterstützt. Deshalb arbeiten wir im Coaching mit Ihrer Metapher weiter. Sie können sich dem mit folgenden Fragen nähern.

  • Ich habe mich mit meinem Leben und den dazugehörigen Bildern beschäftigt. Welche Erkenntnisse hatte ich dabei bereits?
  • Ich habe meine Metapher für mein aktuelles Leben gefunden. Wie zufrieden bin ich mit meiner derzeitigen Sicht auf das Leben?
  • Inwiefern fördert mich meine Metapher, meine Lebensphilosophie in meinem täglichen Tun?
  • Inwiefern ist meine Metapher, meine Perspektive auf das Leben derzeit eher hinderlich oder störend?
  • Was würde ich gerne verändern? Wie würde ich dem Leben gerne begegnen? Wie würde meine Metapher dann lauten?

Mit Metaphern können wir die Kraft nutzen, unser Verhalten, unsere Gefühle und Gedanken zu verändern. Dafür lohnt es sich, uns unsere unterstützende Metapher regelmäßig vor Augen zu führen. Sie können dies machen, indem Sie sie zeichnen, über sie schreiben, sie modellieren.

Wie lautet Ihre Metapher, die Sie für Ihr Leben gern haben? Teilen Sie es gern! Taggen Sie dabei meinen Account, damit ich Ihren Post sehe: Auf Instagram taggen Sie mich mit @ChristinePaulus.de, auf Facebook ebenfalls mit @ChristinePaulus.de und auf Twitter mit @PaulusChristine.

Oder Sie schreiben mir, wie gewohnt, eine Mail an Mail@ChristinePaulus.de. Ich bin gespannt auf Ihre Metapher und was sie für Sie bedeutet.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Explorieren. Gerne arbeiten wir mit Ihrer Metapher in Ihrem Coaching gemeinsam weiter.

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