Mehr Motivation? Visualisieren Sie Ihre Fortschritte

Christine Paulus Coaching Motivation Selbstmanagement Projekte Visualisierung

Kennen Sie das, wenn der innere Schweinehund Sie in die Wade beißt? Da zerlegen wir die großen Projekte und Ziele in kleine, zu bewältigende Schritte. Da wollen wir schon den ersten Schritt tun. Doch dann schnappt er zu – und die Motivation war einmal. Deshalb jetzt die Selbstmanagement-Idee, mit der Sie das größere Projekt anpacken und das langfristige Ziel erreichen.

Das ist was fürs Auge! Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilft, sich den persönlichen Fortschritt im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen. Nämlich mit einer bildlichen Darstellung, einer Visualisierung.

Warum Visualisierung unsere Motivation fördert

Haben Sie ein Vorhaben, das Disziplin erfordert? Die Visualisierung wird Sie unterstützen. Zum Beispiel, wenn Sie etwas Neues lernen, eine Gewohnheit ändern oder Ihren inneren Schweinehund austricksen wollen.

Auch bei unangenehmen Tätigkeiten unterstützt Sie die Visualisierung, um motiviert zu bleiben. Wenn Sie sich Ihren Weg zum Ziel visualisieren, erfüllt Sie dies zwischendurch – und vor allem rückblickend! – mit Stolz. Wenn Sie ein kommendes Ereignis kaum erwarten können, erhöht es die Vorfreude. Die Visualisierung

  • erinnert Sie also sichtbar an das selbstgesetzte Vorhaben,
  • belohnt Sie unmittelbar durch Hinmalen, Durchstreichen oder Eintragen,
  • erfüllt Sie mit Stolz über das, was Sie bereits erreicht haben,
  • ermöglicht Ihnen regelmäßig kleine Erfolge zu feiern und
  • motiviert Sie dazu, den nächsten Schritt zu gehen.

Sie sehen schon, die Visualisierung hilft Ihnen, dran zu bleiben. Wie genau gehen Sie vor?

In drei Schritten zu Ihrer Visualisierung

Der Ablauf für eine gelungene Visualisierung besteht aus drei Schritten:

  1. Ziel festlegen: Was möchte ich erreichen?
  2. Prozess durchdenken: Was sind meine Schritte dorthin?
  3. Schritte visualisieren: Wie kann ich diese Schritte darstellen?

Wir fragen uns also zunächst, was wir überhaupt erreichen wollen. Dann, welche Schritte uns dorthin bringen. Schließlich stellen wir uns die entscheidende Frage: Wie können wir uns das bildlich vor Augen bringen? Insbesondere dieser Schritt erfordert Kreativität. Deshalb nenne Ihnen mal ein paar Beispiele.

Beispiele für die gelungene Visualisierung

1. Beispiel: Wand bemalen

Sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung. Vorfreude auf den Tag mischt sich mit der Anforderung, motiviert bis zum Schluss zu bleiben und sich für jeden erfolgreichen Tag zu belohnen.

Da sie sich gerne mit Pinsel und Stift ausdrückt, malt sie an eine freie Wand ihrer Wohnung 100 bierdeckelgroße Felder. An jedem der letzten 100 Tage ihrer Ausbildung malt sie ein Feld auf besondere Weise aus.

  1. Ziel: motiviert die Ausbildung abschließen
  2. Prozess: jeden Tag ein Stückchen näher am Abschluss
  3. Visualisieren: mit eigenem Kunstwerk an der Wand

Am Ende wird sie ein großes individuelles Bild an ihrer Wand erhalten, das sie an ihre Zeit und ihren Erfolg erinnert.

2. Beispiel: Kalender markieren

Es gab eine Zeit, in der ich es mir zur Gewohnheit machen wollte, jeden Tag Saxophon und Querflöte zu üben oder zu spielen. Ich zeichnete mir dafür einen Kalender auf ein DinA4-Blatt und setzte ein Kreuzchen an jedem Tag, an dem ich gespielt habe. Ein großes Kreuz für Saxophon, ein kleines Kreuz für Querflöte.

  1. Ziel: möglichst regelmäßig (bestenfalls jeden Tag) üben
  2. Prozess: möglichst jeden Tag zum Üben nutzen
  3. Visualisieren: mit Kreuzchen in einem Kalender

Diese Visualisierung habe ich über mehrere Monate genutzt und behielt so den Überblick, in welcher Zeit ich besonders regelmäßig geübt hatte. Es motivierte mich dazu, in jeder Woche möglichst viele Kreuze setzen zu können und konnte den Moment kaum abwarten, wieder etwas in meinen Kalender eintragen zu dürfen.

3. Beispiel: To-Do-Liste durchstreichen

Viele meiner größeren Aufgaben betrachte ich als Projekt, zum Beispiel die Moderation eines Workshops oder die Beiträge, die ich für den Coaching-Blog schreibe. Solche Projekte untergliedere ich mir in einzelne Schritte, um die anstehenden Aufgaben übersichtlich zu machen. Das kennen Sie vermutlich auch von Ihren Projekten.

Dabei erstelle ich mir eine sehr detaillierte Auflistung der einzelnen Schritte, die ich gut sichtbar platziere. Bei besonders wichtigen Projekten nutze ich Flipchartpapier dafür.

  1. Ziel: ein größeres Projekt umsetzen
  2. Prozess: kontinuierlich einzelne Schritte erledigen
  3. Visualisieren: mit einer langen Liste zum demonstrativen Durchstreichen

Diese sehr lange Aufgabenliste Schritt für Schritt bewusst durchzustreichen – das klappt sowohl analog als auch digital – motiviert mich immer wieder aufs Neue.

Nutzen Sie Ihre Kreativität für mehr Motivation

Was fällt Ihnen zu Ihrem Ziel ein? Denn ob Wände bemalen, ein Whiteboard oder Flipchart beschriften oder buntes Bastelmaterial nutzen – Ihr Nachdenken über die kreative Darstellung lohnt sich. Also: Ziel festlegen, Prozess durchdenken und loslegen mit Ihrer Visualisierung. Für welches Ihrer Ziele visualisieren Sie als erstes?

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